Arbeits- und Nutzhunde

Unterschiede zwischen privaten- und dienstlichen Hunde

Dienst- oder Nutzhunde sind Hunde, die mit ihren Hundeführern für Menschen in diversen Notlagen wie z.B. Katastrophen- und Lawineneinsatz, Sucheinsätze der Exekutive, etc. eingesetzt werden. Unter diese Sparte fallen aber auch alle "Partner- oder Servicehunde" wie z.B. der Blindenführhund.

Die bekanntesten Diensthunde werden von der Polizei, dem Zoll, dem Militär und von Rettungsorganisationen geführt.

Private Hunde sind all jene Hunde, die als Familienhund gehalten werden, die also keinen „Job“ ausführen müssen, sondern im Familienverband als Bereicherung gehalten werden.

 

Einsatzbereiche der Diensthunde

Bei der Polizei:

Stöberarbeiten bei vermissten Personen; Stöberarbeiten nach Straftätern, sowohl in Gebäuden als auch im freien Gelände; Ausarbeiten von Fährten vermisster Personen oder Straftätern; Stöberarbeiten nach Gegenständen (verlorene oder weggeworfene Tatmittel, Beute, etc. etc. ...); Suche nach verstecktem Suchtgift; Suche nach Leichen- u. Blutspuren; Suche nach Waffen und Sprengstoffen; Suche nach Brandbeschleunigern; Überwachung gefährdeter Objekte; Einsatz bei ordnungsdienstlichen Anlässen (Fußballspielen, Demonstrationen, etc.)

 

Polizeihund

Beim Zoll:

Sie werden, so wie auch bei der Polizei, als Spürhunde und Schutzhunde eingesetzt. Ihr Aufgabenspektrum reicht vom Ausfindigmachen von Drogen, Waffen, Tabak, Bargeld, Sprengstoff, illegalen Stoffen und mit Beschränkungen versehenen Waren an Flughäfen (Schmuggel). Diese Hunde werden auch dahingehend ausgebildet, einen Fund stumm und ohne für einen Außenstehenden erkennbaren Hinweis, wie zum Beispiel bei der Zollkontrolle, anzuzeigen (Passivhund).

Der Einsatz der Schutzhunde des Zolls begrenzt sich auf den Grenzaufsichtsdienst.

Zollhund

Beim Militär:

Diensthunde beim Militär werden als Schutzhund, Panzerabwehrhund, Wachhund, Zughund (zum Ziehen von schweren Lasten wie Maschinengewehren etc.) und zum Transport von Munition (Patronengürtel mit 120 Patronen) eingesetzt.

Militärhund

Bei Rettungsorganisationen:

Neben den "klassischen" Einsätzen bei der Suche nach Verschütteten, z.B. nach Erdbeben oder Lawinenabgängen, werden Rettungshunde auch bei der Suche nach einzelnen vermissten Personen eingesetzt. Folgende Sucharten werden hierbei unterschieden:

  • Flächensuche – Suche in Wald-, Wiesen- oder Feldgebieten
  • Mantrailing (Fährte) – Suche nach einer Person im urbanen Gebiet, wenn der Ausgangspunkt bekannt ist (z. B. Wohnung des Vermissten)
  • Wassersuche – Vermisstensuche am Wasser
Rettungshund

Einsatzbereiche der Partner- oder Servicehunde

Ein Partnerhund ist ein speziell ausgebildeter Hund für Rollstuhlfahrer, gehörlose Menschen, Epileptiker, Menschen mit Diabetes sowie für geistig und mehrfach behinderte Personen.

Neben dem Basistraining von Partner-Hunden gehört zum Spezialtraining für Rollstuhlfahrer:

das Aufheben von heruntergefallenen Gegenständen (Handy, Kuli, Schlüssel, Geldtasche, etc.); das Öffnen von Türen und Schubladen; das Betätigen von Schaltern (Licht, Aufzug, etc.); das Tragen von Satteltaschen für kleine Einkäufe; das Bellen als Hilfesignal

Zu den Aufgaben eines Partnerhundes für Gehörlose gehört das Anzeigen von Haushalts- und Umweltgeräuschen (z.B. das Läuten des Weckers oder der Türklingel, das Rattern des Faxgerätes, das Weinen des Babys, das Klingeln einer Fahrradglocke, das Ertönen einer Hupe, etc.).

Sobald der Hund diese Alltagsgeräusche oder Warntöne registriert, führt er den gehörlosen Menschen - in den meisten Fällen - zur Geräuschquelle. Durch die Aufmerksamkeit und Reaktion des Hundes ist es dem Gehörlosen möglich, Umweltvorgänge früher zu erkennen und weniger oft zu erschrecken.

Ganz spezielle Anforderungen erwarten einen Partnerhund für geistig- und mehrfachbehinderte Menschen. Diese Hunde werden in erste Linie für Kinder ausgebildet. Hierbei ist es immer notwendig, dass eine erwachsene Person (vorzugsweise die Eltern) die Verantwortung übernimmt.

In diesem Fall wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass der Hund robust genug ist, um ein möglicherweise zu festes Zugreifen oder sogar Zwicken zu tolerieren, ohne dabei verängstigt zu reagieren. Gleichzeit muss der Hund sensibel genug sein, und sich an immer wieder neue Anforderungen anzupassen.

Diese Hunde werden häufig bei Therapieübungen miteinbezogen, um die Bemühungen und die Aktivität des Kindes zu steigern. Es macht nicht nur mehr Spaß den vierbeinigen Gefährten dabei zu haben, sondern es spornt auch dazu an, schwierige Übungen zu meistern.

Der Erfolg des Partner-Hundes für die Weiterentwicklung eines geistig- und mehrfach behinderten Kindes erfordert viel Engagement und Kreativität von Seiten der Eltern und Therapeuten. Blindenführhunde sind dazu ausgebildet, einem blinden Menschen folgende Aufgaben zu erfüllen: Suchen und Anzeigen von Gehsteigen; Erkennen und Umgehen von Boden- und Seitenhindernissen; Erkennen und Überwinden, bzw. Anzeigen von Höhenhindernissen; Suchen von Treppen, Lift oder Türen; Suchen von Parkbänken, Suchen von Ausgängen; Nachgehen einer Person auf Befehl; Benutzung von Zebrastreifen; Finden von Haltestellen und Verkehrsmitteln; Hilfe beim Einsteigen und Anzeigen des Sitzplatzes in Verkehrsmitteln; Nahzielführung

Alle Partner- oder Servicehunde geben ihren Menschen:

  • mehr Mobilität
  • höhere Lebensqualität
  • erhöhte Sicherheit im Straßenverkehr
  • mehr Selbstständigkeit und größere Unabhängigkeit
  • geringeres Risiko bei Hindernissen
  • bessere Umweltorientierung
  • weniger Stress und Unsicherheit in fremder Umgebung
  • weniger Berührungsängste mit Mitmenschen
Rollstuhlhund

Ein Therapiehund ist ein gut sozialisierter Hund, mit besonders hoher Toleranzschwelle und einer spezifischen Ausbildung.

Das Team Mensch-Therapiehund arbeitet mit den Möglichkeiten der tiergestützten Therapie in verschiedensten Einrichtungen, wie Seniorenheimen, Schulen, Kindergärten, Menschen mit Behinderung und überall dort, wo der gezielte Einsatz des Therapiehundeteams Förderung von physischen, psychischen, und kognitiven Fähigkeiten verspricht.

Therapiehunde werden gezielt eingesetztals Co-Therapeut zur Unterstützung verschiedener therapeutischer Interventionen.

als Besuchshund, um Kommunikationsbereitschaft und psychisches Wohlbefinden zu steigern.

um, besonders im Kindergarten- und Grundschulbereich, über Hunde und deren Verhalten zu lernen.

Der Besuch eines Therapiehundes in Alten- und Seniorenheimen fördert die Bereitschaft zur Kontaktaufnahme und zur Kommunikation. Bei Beeinträchtigungen wie Alzheimer oder Altersdemenz, zur Hilfe bei Verbesserung der motorischen Fähigkeiten nach einem Schlaganfall, bei depressiven Verstimmungen, zur Wiederherstellung der Kommunikation der Patienten untereinander und zu den Betreuern ist der Therapiehund ein ausgezeichneter Co-Therapeut.

Förderung der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Kinder in Kindergärten und Schulen, Lernen einmal anders:

Didaktischer Einsatz im Unterricht.

Körpersprache eines Hundes verstehen lernen und entsprechend reagieren.

Kinder mit kognitiven, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen

Besonders in diesen sensiblen Bereichen kann der Kontakt mit einem Therapiehund viel bewegen.

Kinder beginnen zu greifen - zu schauen - wahrzunehmen.

Sie spüren, sie werden angenommen - genau so wie sie sind.

Weitere Einsatzmöglichkeiten für Therapiehundeteams:

  • Einrichtungen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen
  • Krankenhäuser
  • Arbeit mit den Methoden der basalen Stimulation z.B bei Wachkomapatienten
  • Resozialisierung in Haftanstalten
  • Migrantenarbeit
  • REHA Maßnahmen bei Suchtproblematik
Therapiehund